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Narbenbruch (Narbenhernie)

Bei der Narbenhernie handelt es sich um einen Bruch (Lücke) im Bereiche einer abgeheilten Operationsnarbe. Durch die Bauchwandlücke wird das Bauchfell (Peritoneum) nach aussen unter die Haut gestülpt. Im dadurch entstandenen Bruchsack können Organe des Bauchraums (Fettzipfel, Darmschlingen) eingeklemmt werden, was zu entsprechenden Einklemmungsbeschwerden führen kann. Narbenhernien können grundsätzlich nach jedem operativen Eingriff auftreten. Nach Baucheingriffen werden sie in einer Häufigkeit von 5-10% beobachtet. Es sind verschiedene Risikofaktoren bei der Erstoperation bekannt, die das Auftreten einer späteren Narbenhernie begünstigen.


 
Schema Narbenbruch
Narbenbruch (Narbenhernie) im mittleren Oberbauch

 

Risikofaktoren für das Auftreten eines Narbenbruchs

Alle Faktoren, die die Wundheilung beim Ersteingriff stören, können zu Narbenbrüchen führen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • Übergewicht (Adipositas)
    Der erhöhte Druck im Bauchraum belastet und überlastet die bei der ersten Operation gesetzten Nähte im Bereiche der Bauchdecken.
     
  • Wundinfektion
    Wenn bei der Erstoperation eine Wundinfektion auftritt, erhöht sich das Risiko eines Narbenbruchs auf das ca. 4-5 fache. Besonders Eingriffe im Bereiche des Magendarmtraktes sind naturgemäss mit einer etwas erhöhten Wundinfektionsquote belastet.
     
  • Ort und Art des Bauchschnitts
    Im Bereiche der Bauchdecken weisen Längsschnitte in der Mitte des Abdomens (Bauch)  das grösste Narbenhernienrisiko auf. Aus diesem Grund werden quere Inzisionen nach Möglichkeit bevorzugt.
     
  • Schlechter Ernährungszustand und schwere Grunderkrankung
    Patienten, die in einem schlechten Allgemeinzustand operiert werden müssen und insbesondere auch Patienten mit einer bösartigen Erkrankung (z.B. Krebserkrankung) sind häufiger von einem späteren Narbenbruch betroffen.
     
  • Kortikosteroide und Chemotherapie
    Patienten, die entzündungshemmende  Medikamente (kortisonähnliche Substanzen) einnehmen müssen, und Patienten mit einer Chemotherapie kurz nach einem operativen Eingriff, sind häufiger von Narbenbrüchen betroffen, da die normale Narbenbildung durch diese Medikamente negativ beeinflusst wird.

Symptome und Diagnosestellung

Bei Patienten mit einem Narbenbruch ist häufig eine Vorwölbung in der Bauchdecke festzustellen. Bei der klinischen Untersuchung ist eine Lücke im Bereiche der Bauchwand tastbar. Die Patienten klagen häufig über Beschwerden, die auf wiederkehrende Einklemmungen von Bauchorganen im Bereiche der Bruchpforte zurückzuführen sind.

Gelegentlich sind zur sicheren Beurteilung der Grösse einer Narbenhernie und insbesondere auch zum Ausschluss von anderen Krankheiten, die zu den von den Patienten geäusserten Beschwerden führen, weitere Abklärungsuntersuchungen (z.B. Computertomographie) notwendig.

Therapie

Durch Einklemmungen verursachte Schmerzen können kurzzeitig medikamentös behandelt werden. Als kausale Therapie kommt nur der operative Verschluss des Narbenbruchs in Frage. Die Entscheidung, ob eine solche Operation notwendig und sinnvoll ist, hängt vom Beschwerdebild des Patienten ab. Insbesondere müssen allfällige Begleiterkrankungen und der Gesamtzustandes des Patienten berücksichtigt werden. Unbehandelt ist im weiteren Verlauf mit einer Grössenzunahme der Narbenhernie und mit Beschwerden und Komplikationen im Rahmen von Einklemmungserscheinungen zu rechnen. Im Falle eines eigentlichen Darmverschlusses (Ileus) kann ein notfallmässiger chirurgischer Eingriff notwendig werden.

Da beim Narbenbruch von geschwächten Bauchdecken ausgegangen werden muss, wird heute beim operativen Verschluss der Narbenhernie in der Regel ein Kunststoffnetz eingesetzt. Dieses besteht in der Regel aus Polypropylen, einem seit längerem in der Chirurgie bekannten Material, das sehr gut verträglich ist. Allerdings darf das Netz nicht direkt in Kontakt zu den Darmschlingen treten, da sonst Verwachsungen mit entsprechenden ungünstigen Folgen zu befürchten sind. Seit einigen Jahren gibt es Polypropylennetze, die mit einer resorbierbaren (auflöslichen) Filmschicht überzogen sind. Diese Filmschicht verhindert das Auftreten von Adhäsionen. Diese neuen Netze können nun auch auf laparoskopischem Weg zum Verschluss eines Narbenbruchs verwendet werden.

Zusammenfassend gibt es zur operativen Versorgung eines Narbenbruchs heute folgende Techniken:

  1. Direkter Verschluss:
    Bei dieser Technik wird die Faszie (tragende Faserschicht der Bauchdecke) in einer direkten Naht (allenfalls unter Anbringen einer Doppelung mit Nähten) verschlossen. Bei dieser Technik ist in einem recht hohen Prozentsatz mit einem Nabenbruchrezidiv (Wiederauftreten eines Narbenbruchs) zu rechnen.
     
    Direkter Verschluss
    Direkter Verschluss unter Doppelung


     

  2. Offene Operation mit einem Netz:
    Bei diesem Eingriff wird zur Verstärkung der Bauchdecke ein Polypropylennetz verwendet, dass durch einen offenen Zugang eingesetzt wird. Das Netz liegt vor dem Bauchfell und kommt somit nicht in Kontakt zu den darunterliegenden Bauchorganen. Bei dieser Operation entsteht eine relativ grosse Operationswunde mit einer entsprechenden postoperativen Rekonvaleszenszeit.

     
    Offene Operation mit Netz

     
     

  3. Verschluss des Narbenbruchs mit einem laparoskopisch eingesetzten Netz:
    Bei dieser Operationstechnik wird die Bruchpforte durch ein laparoskopisch eingebrachtes, beschichtetes Polypropylennetz verschlossen. Diese Operationstechnik kann nur angewandt werden, falls nicht zu ausgeprägte Verwachsungen von früheren Operationen vorliegen. Die laparoskopische Versorgung des Narbebruchs stellt ein für den Patienten angenehmes und schonendes Operationsverfahren dar.
     
    Laparoskopisch eingesetztes Netz im Schnitt
    Räumliches Schema des laparoskopischen eingesetzten Netzes

     

Laparoskopisches Bild eines Narbenbruchs Laparoskopisch eingesetztes Netz

Zusammenfassend muss im Gespräch mit dem Patienten in jeder einzelnen Situation das optimale Behandlungskonzept festgelegt werden. Die Wahl des Verfahrens hängt von verschiedenen medizinischen Faktoren ab. Wünsche des Patienten werden selbstverständlich nach Möglichkeit berücksichtigt.